Dez 262011
 

STAT/11/194, 20. Dezember 2011

Erste Schätzungen für 2011

Das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft1 ist in der EU27 im Jahr 2011 um 6,7% gestiegen, nach einem Wachstum von 12,6% im Jahr 2010.
Dies zeigen erste Schätzungen2, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, herausgegeben werden.

Dieser Anstieg ergibt sich aus einer Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens (+3,9%) in Verbindung mit einer Verringerung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-2,7%).
Diese Schätzungen für die EU27 basieren auf Daten, welche von den nationalen Behörden der Mitgliedsstaaten bereitgestellt wurden.

Schätzungen zufolge ist zwischen 2005 und 2011 das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in der EU27 um 18,3% gestiegen, während der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz um 15,2% fiel.

Im Jahr 2011 ist die Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens in der EU27 hauptsächlich das Ergebnis einer Erhöhnung des Wertes der landwirtschaftlichen Produktion zu realen Erzeugerpreisen (+7,5%), während reale Vorleistungskosten zunahmen (+9,7%).
Die Abnahme des realen Wertes der Subventionen abzüglich Steuern (-1,2%) und der realen Abschreibungen (-0,1%) haben einen geringfügigen Einfluss.

Schätzungen zufolge ist das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft im Jahr in 19 Mitgliedsstaaten gestiegen und in acht gesunken.
Die höchsten Anstiege werden für Rumänien (+43,7%), Ungarn (+41,8%), Irland (+30,1%), die Slowakei (+25,3%), Luxemburg (+25,2%), die Tschechische Republik (+23,5%), Bulgarien (+23,2%) und Dänemark (+20,2%) erwartet und die größten Rückgänge für Belgien (-22,5%), Malta (-21,2%), Portugal (-10,7%) und Finnland (-9,6%).

Veränderung des realen landwirtschaftlichen Einkommens je Arbeitskraft1 im Jahr 2011

 

% Veränderung
2011/2010

Indizes 2011
(2005=100)

 

% Veränderung
2011/2010

Indizes 2011
(2005=100)

 

EU27

+6,7

118,3

Italien

+11,4

89,1

 

Rumänien

+43,7

126,0

Slowenien

+7,1

108,0

 

Ungarn

+41,8

174,7

Litauen

+4,2

125,9

 

Irland

+30,1

112,7

Ver. Königreich

+4,0

144,1

 

Slowakei

+25,3

143,4

Schweden

+2,1

125,0

 

Luxemburg

+25,2

77,0

Zypern

+1,4

93,3

 

Tsch. Republik

+23,5

159,6

Spanien

-0,3

98,6

 

Bulgarien

+23,2

152,2

Frankreich

-2,6

110,0

 

Dänemark

+20,2

136,7

Griechenland

-5,3

79,1

 

Estland

+19,4

187,3

Niederlande

-8,1

103,5

 

Deutschland

+14,7

129,8

Finnland

-9,6

119,8

 

Polen

+14,2

173,9

Portugal

-10,7

86,3

 

Lettland

+12,3

151,1

Malta

-21,2

72,1

 

Österreich

+12,2

121,3

Belgien

-22,5

109,3

 

 

 

 

 

 

Norwegen

+2,4

123,2

Schweiz

+2,2

103,8

 

 

 

 

 

 

 

Kroatien

-4,1

:

 

 

 

 

: Daten nicht verfügbar

Schätzungen zufolge stieg der Wert der landwirtschaftlichen Produktion zu Erzeugerpreisen der EU27 im Jahr 2011 um 7,5%, hauptsächlich infolge einer Zunahme des Wertes sowohl von pflanzlichen realen Erzeugnissen (+8,0%) als auch von tierischen realen Erzeugnissen (+7,8%).

Bei pflanzlichen Erzeugnissen ist die Zunahme des Wertes sowohl auf eine Erhöhung der Preise (+5,4%) als auch des Volumens (+2,5%) zurückzuführen. Preise steigen für die meisten Gruppen der pflanzlichen Erzeugnisse, ausgenommen für frisches Gemüse (-10,1%), Pflanzen und Blumen (-1,1%) und Olivenöl (-0,9%). Die stärksten Anstiege verzeichneten Getreide (+18,9%), Ölsaaten (+18,4%), Zuckerrüben (+3,6%) und Wein (+2,3%). Für die meisten Produkte zeigt sich ein Wachstum im Volumen, insbesondere für Zuckerrüben (+13,7%), Wein (+4,6%), Kartoffeln (+4,2%) und Obst (+3,3%). Eine Abnahme des Volumens ist nur für Olivenöl und Blumen
(je -2,2%) zu beobachten.

Die Zunahme des Wertes der tierischen Produktion im Jahr 2011 ist das Ergebnis einer Erhöhung sowohl der Produktionspreise (+6,7%) als auch des Volumens (+1,1%). Die Preise steigen für Milch (+9,1%), Geflügel (+8,7%), Rinder (+8,6%), Schafe und Ziegen (+6,4%) und Schweine (+4,3%), während sie für Eier (-5,3%) sinken. Das Volumen erhöht sich für Schafe und Ziegen (+2,3%), Geflügel (+1,9%), Rinder (+1,5%) und die Milchproduktion (+1,1%) und sinkt leicht für Eier (-0,9%).

Real steigen in der EU27 die Vorleistungskosten um 9,7% . Dies ist vor allem auf eine Zunahme der Preise (+9,1%) zurückzuführen. Die Erhöhung der Vorleistungskosten wird durch starke Anstiege der Preise von Futtermittel (+16,8%), Dünge- und Bodenverbesserungsmittel (+14,6%), Energie und Schmierstoffen (+11,8%), Saat- und Pflanzgut (+4,3%) und Instandhaltung von Gebäuden (+3,8%) verursacht.

Fussnoten

  1. Das landwirtschaftliche Einkommen umfasst das in einem bestimmten Buchungszeitraum aus landwirtschaftlichen Tätigkeiten (sowie nicht trennbaren nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten) hervorgegangene Einkommen, auch wenn die entsprechenden Einkünfte in einigen Fällen erst später empfangen werden. Es handelt sich somit nicht um das tatsächlich im Buchungszeitraum erhaltene Einkommen. Im Übrigen sollte es nicht mit dem Gesamteinkommen der in der Landwirtschaft tätigen Haushalte verwechselt werden, denn diese können neben ihrem rein landwirtschaftlichen Einkommen auch Einkommen aus anderen Quellen (nichtlandwirtschaftliche Tätigkeiten, Löhne oder Gehälter, Sozialleistungen, Einkommen aus Vermögen) beziehen.

    Die vorliegenden Schätzungen wurden von den nationalen Behörden der Mitgliedstaaten der Europäischen Union nach der Methodik der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung ermittelt (dieser ist der Methodik der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ESVG 95 sehr ähnlich, enthält jedoch einige Änderungen, um den besonderen Gegebenheiten der Landwirtschaft gerecht zu werden).

    Das reale landwirtschaftliche Faktoreinkommen je Jahresarbeitseinheit entspricht der realen Nettowertschöpfung zu Faktorkosten der Landwirtschaft je Jahresarbeitseinheit insgesamt. Die Nettowertschöpfung zu Faktorkosten wird errechnet, indem vom Wert der landwirtschaftlichen Produktion zu Herstellungspreisen der Wert der Vorleistungen, der Abschreibungen und der sonstigen Produktionsabgaben abgezogen und der Wert der sonstigen Subventionen hinzugerechnet wird.

    Alle Werte und Preisdaten in dieser Pressemitteilung werden in realen Werten dargestellt, d.h. bereinigt durch die Verwendung der impliziten Deflatoren des Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die Deflatoren für 2011 sind vorläufig.

    Um auch Teilzeitarbeit und Saisonarbeit berücksichtigen zu können, werden der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz und seine Veränderung in Jahresarbeitseinheiten (JAE) gemessen. In dieser Pressemitteilung wurde eine JAE einer Vollzeitarbeitskraft gleichgesetzt.

  2. Diese Daten, die auf ersten Schätzungen von den Mitgliedstaaten, Norwegen, der Schweiz und Kroatien basieren, sind vorläufig. Im Februar/März 2012 wird Eurostat einen revidierten zweiten Satz von Schätzungen veröffentlichen.

 

© Europäische Union, 1995-2011
Quelle:
europa.eu

Autor

Begriff erklären:

Ein oder mehrere Worte markieren, dann können sie sich die Definition im EUWIKI anzeigen lassen

Auf einen bestimmten Absatz verlinken:

Die Shift-Taste zwei mal drücken, daraufhin erscheinen links von jedem Absatz Markierungen, die den Link zu diesem Absatz enthalten.

Neueste Artikel

More in Beschäftigung + Sozialpolitik, Landwirtschaft, Statistik (4 of 432 articles)


IP/11/1581, Brüssel, 22. Dezember 2011 Die Europäische Kommission hat heute Leitlinien angenommen, um die Versicherungsbranche bei der Anwendung einer geschlechtsneutralen Preisgestaltung ...